Leverkust Bremen?

Leverkusen

Leverkusen

In meiner ehemals großen Sammlung alberner jpgs befand sich mal ein eingescannter Wörterbucheintrag leverkusen, ein Verb, dass das Versagen in letzter Minute beschreibt, natürlich gemünzt auf die Saison, in der ein gewisser Verein aus der Leverkusener Gegend drei Titel auf den letzten Metern vergab. Werder Bremen erinnert mich daran so ein bisschen (ich mag die Bremer, nur um das klar zu stellen) – die hätten in den letzten Jahren gefühlte sieben Mal den verdammten UEFA-Cup gewinnen können, weil sie stets eines der stärksten Teams im Wettbewerb hatten, nachdem sie aus der Champions League ausgeschieden waren. Wenn es mit dem DFB-Pokal nichts wird, könnte man auch von bremen sprechen. Weiterlesen

Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli

Die DiVa von der Weser

Die DiVa von der Weser

Sprachnörgler haben manchmal ein Image-Problem, dann nämlich, wenn sie in die deutschtümelnde oder gar politisch allzu rechte Ecke gedrängt werden. Vermutlich tut man ihnen damit unrecht, aber sie machen es einem auch nicht leicht. Thomas Paulwitz etwa, bekannt vor allem von der Deutschen Sprachwelt, mag Klischees sehr gerne oder hat einen sympathisch offensiven Humor.

Er kolumniert seit kurzem in der Jungen Freiheit, also dem Blatt, in dem Klischee-Deutschtümler am ehesten publizieren sollten, und natürlich tut er das über Sprache und deren vermeintliche Schutzbedürftigkeit. In seinem letzten Beitrag ging es ihm um einen Wanderweg, der das Pech hat, durch eine urteutonische Gegend zu führen – den Teutoburger Wald samt reichsgeschichtlich unbedeutender Peripherie. ZDF-Kunden wissen: Hier ist nun der zweite Sprachschützer-Fettnapf, der deutsche Freiheitskämpfer Arminius. Da darf sich Herr Paulwitz wirklich nicht beklagen. Weiterlesen

Tenno!

Bevor ich demnächst wieder etwas mehr Zeit habe, halbwegs gehaltvolle Beiträge zu posten, will ich hier eben noch einen kleinen Tipp zum Thema Interpunktion loswerden und hilfreiche Englischvokabeln mitliefern…

Quelle: penny-arcade.com

Skrota für Obama

Ein Sack. Für Obama.

Ein Sack. Für Obama.

Wer sich kurz amüsieren möchte, der richte seinen Blick auf die religiöse Rechte in den USA. Nicht, weil diese Gestalten ganz allgemein zum Lachen wären, sondern aufgrund der Aktion, die sie gestern gestartet haben: eine breit, naja, relativ breit angelegte Protestaktion gegen Obamas Steuergesetzgebung. Dabei ist der Grund zum Amüsemant auch nicht der Umstand, dass sie gegen Steuersenkungen protestieren, von denen sie selbst profitieren würden, sondern der Name, den sie ihrer Aktion gegeben haben: Weiterlesen

Völkerverständigung

Seltsames Land irgendwo im Süden

Seltsames Land irgendwo im Süden

Ob man die Rolle der Gabi Kunz extra in den gestrigen Tatort geschrieben hat, um etwas für die angeschlagenen Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland zu tun oder es sich um bloßen Zufall handelte, das weiß ich nicht. Aber so oder so spaltet der Auftritt von Sabine Timoteo die Zuschauer: Die einen freuen sich über das ulkige „Schwyzerdütsch“, die anderen wollen nichts verstanden haben. Wenn das ZDF in der Arminius-Dokumentation, die kürzlich lief, sich nicht auf die Nachstellung der Kloppereien beschränkt hätte, dann wüssten wir inzwischen alle, welche Tradition Missverständnisse zwischen beiden Völkern haben: Schon Arminius und Marbod waren sich spinnefeind. Weiterlesen

„Pitifully Low Standards of Science Journalism“

In der Nature ist gerade ein Artikel über den Status Quo und die Zukunft des Wissenschaftsjournalismus erschienen, den ich hiermit allen Interessierten ans Herz legen möchte. Den Text gibt es als PDF, eine zugehörige Umfrage als XLS (wer kein Excel hat, kann sich für solche Fälle den Excel Viewer installieren). In dem Artikel geht es um die Probleme des Wissenschaftsjournalismus – einerseits angesichts der Zeitungskrise, die vor allem in den USA Opfer fordert, andererseits aber auch durch die Arbeitsweise mancher Wissenschaftsjournalisten, die nicht immer „nahe am Forscher“ seien. Ein zitierter Umfrageteilnehmer ärgert sich denn auch über die Massenmedien (im PDF letzte Seite unten links). Wie diese seinen Befürchtungen zufolge arbeiten (müssen) habe ich mit dem Titel dieses Blogeintrages veranschaulicht: die Reißer rausarbeiten, das bringt Hits (bzw. Käufer).

Das zweite große Thema sind Wissenschaftsblogs, für die die Zukunft laut Nature-Artikel wesentlich besser aussehe, auch wenn nicht anzunehmen sei, dass sie den „herkömmlichen“ Wissenschaftsjournalismus ersetzen könnten. Aber laut oben verlinkter Umfrage sucht sich schon ein großer Teil der Profis seine Themen mehr oder weniger regelmäßig auf entsprechenden Blogs. Dieser Anteil ist demzufolge innerhalb der letzten fünf Jahre enorm gestiegen. Als zentrales Problem dieser Form der Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse wird genannt, dass nur diejenigen davon etwas mitbekommen, die danach suchen. Einer der zitierten Journalisten wollte gegen Intelligent Design bloggen, musste aber erkennen, dass ID’ler sich ihre Portion „Wissenschaft“ woanders abholen. Ist Wissenschaftsbloggerei damit bloßes preaching to the choir?

Die zugehörige Webseite: NatureNews

Jeremia heute und gestern

Weil mit Hauptsatzstellung!? #@!%@!

"Weil mit Hauptsatzstellung!? #@!%@!"

In einem Buch, das an skurrilen Charakteren und albernen Geschichten reich ist wie kaum ein anderes, darf natürlich ein Thema nicht fehlen: Sprachnörgel. Stephen Pinker hat eine Klasse von Sprachnörglern Jeremias getauft (in The Language Instinct, Kapitel 12), ein passender Name für Untergangspropheten. Der biblische Jerry behielt im übrigen Recht und Jerusalem ging unter. Ihm hat es direkt nicht geschadet und auch der Stadt geht es wieder ganz gut. Es sind sogar noch Abrahamiten da, sogar reichlich und vielfältig. Weiterlesen