Skrota für Obama

Ein Sack. Für Obama.

Ein Sack. Für Obama.

Wer sich kurz amüsieren möchte, der richte seinen Blick auf die religiöse Rechte in den USA. Nicht, weil diese Gestalten ganz allgemein zum Lachen wären, sondern aufgrund der Aktion, die sie gestern gestartet haben: eine breit, naja, relativ breit angelegte Protestaktion gegen Obamas Steuergesetzgebung. Dabei ist der Grund zum Amüsemant auch nicht der Umstand, dass sie gegen Steuersenkungen protestieren, von denen sie selbst profitieren würden, sondern der Name, den sie ihrer Aktion gegeben haben: Weiterlesen

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The Blind Watch

Blinde Uhren reichen nicht!

Blinde Uhren reichen nicht!

Gottesbeweise sind eine alte abendländische Tradition, die dem Wunsch der Natürlichen Theologie, den Glauben an Gott rational vertreten zu können, entsprungen sind. Die ernsthafteren Versuche sind entsprechend elaboriert, etwa das Kalam Cosmological Argument oder Richard Swinburnes Versuch, Gott über den Umweg eines modallogischen Beweises der Existenz der Seele (wieder) ins Spiel zu bringen. Dem Buchtitel zufolge hat kürzlich auch „der deutsche Philosoph von Weltrang“, Robert Spaemann, einen gottesbeweislichen Beitrag geleistet. Und zwar mithilfe der Linguistik. Weiterlesen

Punctuated Equilibria

Der folgende Beitrag war schon vor einiger Zeit auf dem Brightsblog zu lesen. Ich hole ihn aus logistischen Gründen auch hierher. Aktuell ist das Thema wohl mindestens noch die nächsten Dekaden…

Sind Lücken ein Argument für Gott? Aus Sicht diverser Intelligent-Design-Vertreter durchaus. Deswegen stürzen sie sich mit großer Begeisterung auf jede Lücke, die Wissenschaftler in der Evolution der Arten oder, wie seit einiger Zeit beliebt, in der Sprachevolution vermeintlich auftun. Das könnte man als einfaches Non Sequitur abtun und ignorieren, ein genauerer Blick lohnt sich aber durchaus.

In diversen ID-affinen Blogs wird seit kurzem eine Studie aus der Science diskutiert, die empirische Belege für ein Sprachwandelmodell gefunden haben will, das auf dem evolutionsbiologischen Ansatz des sogenannten Punctuated Equilibrium fußt. Punctuated Equilibrium beschreibt die Entstehung neuer Spezies durch einen abwechselnd sehr schnellen („punctuated“) und sehr langsamen oder normalen („equilibrium“) Entwicklungsprozeß innerhalb eines Stamms. Auf diese Weise kann aus einer über einen längeren Zeitraum relativ stabilen Spezies innerhalb kurzer Zeit eine neue Spezies entstehen.

Dieses Modell wurde von Dixon (1997) auf die linguistische Disziplin der Sprachwandelforschung übertragen. Letztere beschäftigt sich u.a. mit der Entstehung neuer Sprachen, was schematisch meist am Stammbaummodell dargestellt wird, das seinerseits ebenfalls auf dem entsprechenden evolutionsbiologischen Modell basiert. Mithilfe dieses Werkzeuges lassen sich sowohl Entwicklungsschritte als auch Verwandtchaftsverhältnisse innerhalb einer Sprachfamilie veranschaulichen. Problematisch dabei ist, daß es nur über die zeitliche Achse Aussagen erlaubt, nicht jedoch über die räumliche Achse, also über den für den Sprachwandel enorm wichtigen Sprachkontakt. Weiterlesen