Wie man richtig wählt

Wählen ist schwierig, scheinbar haben es bei der Europawahl knapp 60% wieder nicht hinbekommen. Da ist es gut, wenn man gesagt bekommt, wie es richtig funktioniert. Das geht am besten mit rhetorischen Tricks – die Wahlflyer, die man so bekommt, sind ja immer voll davon, zwei davon fand ich diesmal besonders beeindruckend. Da wäre einmal die FWG, die uns das Kreuzchen-Machen bei der rheinland-pfälzischen Kreistagswahl so erklärt: Weiterlesen

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Von akademi(s)chen und orthographi(s)chen Freiheiten

Über den Niedergang deutscher Bildungs- und Wissenschaftsstandards scheinen sich dieselben Leute zu beschweren wie über den Niedergang der deutschen Sprache: nämlich immer die Falschen, also die, die besser ruhig wären. Professoren an theologischen Fakultäten an staatlichen Hochschulen sind zum Beispiel ungeeignet, um über die Einschränkung der akademischen Freiheit zu mäkeln. Freilich hält das nicht alle davon ab, es doch zu tun.  Soviel intellektuelle Unredlichkeit muss sein.

Studenten der Uni Mainz amüsieren sich derzeit über einen Spruch, den ein Bachelorphobist an das Forum der Uni geschmiert hat – in welchem übrigens auch die theologischen Fakultäten untergebracht sind. Ob der ehemalige Herr Professor…? Weiterlesen

Skrota für Obama

Ein Sack. Für Obama.

Ein Sack. Für Obama.

Wer sich kurz amüsieren möchte, der richte seinen Blick auf die religiöse Rechte in den USA. Nicht, weil diese Gestalten ganz allgemein zum Lachen wären, sondern aufgrund der Aktion, die sie gestern gestartet haben: eine breit, naja, relativ breit angelegte Protestaktion gegen Obamas Steuergesetzgebung. Dabei ist der Grund zum Amüsemant auch nicht der Umstand, dass sie gegen Steuersenkungen protestieren, von denen sie selbst profitieren würden, sondern der Name, den sie ihrer Aktion gegeben haben: Weiterlesen

Völkerverständigung

Seltsames Land irgendwo im Süden

Seltsames Land irgendwo im Süden

Ob man die Rolle der Gabi Kunz extra in den gestrigen Tatort geschrieben hat, um etwas für die angeschlagenen Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland zu tun oder es sich um bloßen Zufall handelte, das weiß ich nicht. Aber so oder so spaltet der Auftritt von Sabine Timoteo die Zuschauer: Die einen freuen sich über das ulkige „Schwyzerdütsch“, die anderen wollen nichts verstanden haben. Wenn das ZDF in der Arminius-Dokumentation, die kürzlich lief, sich nicht auf die Nachstellung der Kloppereien beschränkt hätte, dann wüssten wir inzwischen alle, welche Tradition Missverständnisse zwischen beiden Völkern haben: Schon Arminius und Marbod waren sich spinnefeind. Weiterlesen

Bush, Obama und die Pronomen – Inauguration Teil 1

Nun, da sich der Rauch einigermaßen verzogen hat und die Emotionseruption in Washington seit einer Weile vorbei ist, dachte ich mir, könnte man sich Obamas Antrittsrede genauer anschauen. Sie „wirkt wie ein Zeitenwechsel“ (Spiegel Online), inhaltlich wie rhetorisch – über den neuen Ansatz des Präsidenten konnte und kann man viel lesen. Umarmen will er, nicht ausgrenzen. Klappt schon mal: Er erwähnt häufig non-believers in seinen Reden. Aber natürlich will Obama ganz allgemein etwas „verändern“. In der Antrittsrede wimmelt es also von change, oder? Weiterlesen

Nimska, Jermaniya, Dútslân, Tyskland över allens

Das heißt Deutschland, Deutschland, Deutschland, Deutschland über alles und ist fünfsprachig. Alle fünf Sprachen sind offizielle Sprachen unseres Landes, aber keine davon ist Deutsch. Und keine davon steht im Grundgesetz. Und keiner hat sich je darüber beklagt. Diese Sprachen sind in Reihenfolge ihres Auftauchens im Titel dieses Posts Sorbisch, Romani, Friesisch, Dänisch und Niederdeutsch. Wenn nun das Deutsche ins Grundgesetz soll, sollten dann nicht auch diese Sprachen folgen? Weiterlesen

Bewahrung der Schöpfung

Und am achten Tag schuf GOtt die DEutsche Sprache?

Und am achten Tag schuf GOtt die DEutsche Sprache?

Update 20:00 – Sprachwelt applaudiert CDU

Gerade geistert eine dpa-Meldung vom CDU-Parteitag durch die Medien, in der darüber berichtet wird, dass die CDU Deutsch im Grundgesetz verankert sehen möchte, und zwar mit dem Satz „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch!“ Dazu gibt es im Grunde nicht viel zu schreiben, denn ein solcher Satz ist ungefähr so relevant wie der sprichwörtliche chinesische Sack Reis. Never state the obvious – be relevant lernen wir bei Grice. Da die Relevanz einer solchen Grundgesetzergänzung keinesfalls offensichtlich ist, sollte man meinen, dass die CDU ihren Beschluss hinreichend begründet. Laut dpa erfahren wir aber nur: Weiterlesen