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werbung12Werbung! Werbung ist schlimm. Werbung ist eines der Lieblingsziele der Anglizismenjäger. Die Horrorgeschichten über missverstandene englische Werbesprüche findet man immer noch alle paar Wochen in irgendeiner Zeitung und noch öfter irgendwo im Internet. Bisweilen fühle ich wider besseres Wissen Sympathie dafür, nämlich, wenn ich die Werbung als aufgesetzt und anbiedernd empfinde. Weiterlesen

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Kurzer Lesetipp: the gr8 db8

Aktuelle Spotlight-Ausgabe

Aktuelle Spotlight-Ausgabe

Im aktuellen Spektrum der Wissenschaft (auch das ein Lesetipp!) bin ich auf Werbung für die aktuelle Ausgabe von Spotlight gestoßen. Das ist das Heft, das Sprechern des Deutschen das Englische näher bringt, wahrscheinlich der Todfeind des Sprachnörglers – zumal die Werbung mit zwei Anglizismen aufwartet. Spannend hört sich das Titelthema an: „sms are txt msgs killing english?“ Oha, doch nörgelkompatibel?

Nein, keine Bange: die Seite zum Heft hört sich vielversprechend an: Weiterlesen

! und ? in Azeroth

Ausrufe- und Fragezeichen werden ja nicht nur als Satzendzeichen verwendet – häufig findet man sie auch eingeklammert hinter einzelnen Wörtern mitten im Satz. So drücken sie Emphase bzw. Zweifel aus.

(1) Es hat mich dreihundertdreißig(!) Euro gekostet!

(2) Dreihundertdreißig(?) Euro hat auch nicht jeder auf der hohen Kante.

Auch hier kann man Unterschiede in der Verwendung bei der Zeichenanzahl feststellen. Während das (?) in (2) eher ein bloßes Nachfragen zu sein scheint, etwa, wenn man meint, den Betrag nicht richtig verstanden zu haben, ist das (???) im folgenden Satz wesentlich dramatischer:

(3) Dreihundertdreißig(???) Euro hat auch nicht jeder auf der hohen Kante. Weiterlesen

Asterisk und Erika

©Ehapa

©Ehapa

Die Dame rechts ist Dr. Erika Fuchs (1906-2005), geniale und stilprägende deutsche Übersetzerin zahlreicher Entenhausen-Comics. Stilprägend vor allem auch durch ihre deutschen Versionen der englischen Soundwords und das Verwenden von Lautmalereien für lautlose Geräusche (Grübel!) – letzteres findet sich heuer zwischen Asterisken geschrieben vielfach in Chaträumen und SMS (*grübel*).

Im aktuellen Die Tollsten Geschichten von Donald Duck Sonderheft (TGDDSH) beschäftigt sich nun Wolfgang J. Fuchs in seinen regelmäßig erscheinenden Entenhausener Geschichten mit eben diesen sprachlichen Phänomenen. Fuchs analysiert sie als Onomatopäien, also Lautmalerein. Dazu gehören auch die Booms und Wooshs, die sich ebenfalls häufig eingedeutscht finden. Weiterlesen

Internetsprache Live (Diablo!!!)

Wer sich gerne Internetuser in freier Wildbahn anschauen möchte, dem empfehle ich die Kommentare zu Blizzards neuem Trailer auf Youtube. Blizz, wie die Firma liebevoll genannt wird, hat vor kurzem angekündigt, dass Diablo III in der Mache sei. Das ist vom Hype-Faktor her ungefähr so, als würden George Lucas und Peter Jackson ein Lord of the Rings Indiana Jones Star Wars“-Crossover mit Harry Potter in der Hauptrolle ankündigen. Dementsprechend hält man sich mit Ausrufezeichen und begeisterten Akronymen nicht zurück. Weiterlesen

Überblick: Internetsprache

Als Einstieg in eine Thematik ist es immer von Nutzen, sich erstmal einen Überblick zu verschaffen, bevor man drauflostheoretisiert. Sonst versagt am Ende der theoretische Ansatz, weil man die Hälfte der zu erklärenden Phänomene vergessen hat. Dann sitzt man immer da und überlegt halbverzweifelt, wie man den eigenen Ansatz noch durchwurschteln retten kann, ohne ganz von vorne beginnen zu müssen. (Ich habe keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen, ich kann das zugeben.)

Also fangen wir von vorne an. Am besten mit der Überschrift: Internetsprache. Dass das Thema noch nicht sehr umfassend behandelt worden ist, bemerkt man schon daran, dass es keine einheitliche Bezeichnung dafür gibt. Häufig liest man von Chatsprache oder Chat-Kommunikation, von Gamerslang oder gar SMS-Deutsch. Beliebtester Begriff dürfte aber Netzjargon sein – diesen Namen verwendet etwa die Wikipedia. Dann gibt es noch Websprache oder eben Internetsprache. Weiterlesen

Deutsche Sprache vor dem Ende! O rly?

Gerade gestern wurde eine Allensbach-Studie präsentiert, die sich mit den Gedanken der Deutschen über ihre Sprache befasst. Wenig verwunderlich und überraschenderweise sind diese Gedanken weitgehend negativ und pessimistisch ausgefallen. Wenig verwunderlich, weil das Lamento über den „Sprachverfall“ ja großes Medieninteresse genießt, überraschenderweise, weil es allerdings irgendjemanden geben muss, der den „Verfall“ der Sprache produziert – und wer immer das ist, er wird es nicht tun, weil er muss, sondern weil er will.

Die Studie ist im Auftrag der Gesellschaft für deutsche Sprache durchgeführt worden und kann hier eingesehen werden. Wie die Grafik links zeigt, droht unsere Sprache in den Augen von 65% der Befragten „immer mehr zu verkommen“. Gründe dafür sind neben genereller Medienkritik („zu wenig gelesen“, „zuviel TV“) vor allem die wahrgenommene Anglizismeninvasion und Phänomene der Internetsprache. Weiterlesen