Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli

Die DiVa von der Weser

Die DiVa von der Weser

Sprachnörgler haben manchmal ein Image-Problem, dann nämlich, wenn sie in die deutschtümelnde oder gar politisch allzu rechte Ecke gedrängt werden. Vermutlich tut man ihnen damit unrecht, aber sie machen es einem auch nicht leicht. Thomas Paulwitz etwa, bekannt vor allem von der Deutschen Sprachwelt, mag Klischees sehr gerne oder hat einen sympathisch offensiven Humor.

Er kolumniert seit kurzem in der Jungen Freiheit, also dem Blatt, in dem Klischee-Deutschtümler am ehesten publizieren sollten, und natürlich tut er das über Sprache und deren vermeintliche Schutzbedürftigkeit. In seinem letzten Beitrag ging es ihm um einen Wanderweg, der das Pech hat, durch eine urteutonische Gegend zu führen – den Teutoburger Wald samt reichsgeschichtlich unbedeutender Peripherie. ZDF-Kunden wissen: Hier ist nun der zweite Sprachschützer-Fettnapf, der deutsche Freiheitskämpfer Arminius. Da darf sich Herr Paulwitz wirklich nicht beklagen. Weiterlesen

Völkerverständigung

Seltsames Land irgendwo im Süden

Seltsames Land irgendwo im Süden

Ob man die Rolle der Gabi Kunz extra in den gestrigen Tatort geschrieben hat, um etwas für die angeschlagenen Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland zu tun oder es sich um bloßen Zufall handelte, das weiß ich nicht. Aber so oder so spaltet der Auftritt von Sabine Timoteo die Zuschauer: Die einen freuen sich über das ulkige „Schwyzerdütsch“, die anderen wollen nichts verstanden haben. Wenn das ZDF in der Arminius-Dokumentation, die kürzlich lief, sich nicht auf die Nachstellung der Kloppereien beschränkt hätte, dann wüssten wir inzwischen alle, welche Tradition Missverständnisse zwischen beiden Völkern haben: Schon Arminius und Marbod waren sich spinnefeind. Weiterlesen

Wirklich gefährdete Sprachen

Echte Sprachschützer?

Echte Sprachschützer?

Morgen am frühen Mittag wird die UNESCO in Paris die dritte Auflage des Weltatlas für bedrohte Sprachen vorstellen. Das Besondere daran ist der Umstand, dass dieser Atlas ungekürzt online zur Verfügung stehen soll. Damit könnten dann die ganzen deutschen Sprachuntergangspropheten nachschauen, was es wirklich heißt, wenn eine Sprache ausstirbt und an welchen Indikatoren man erkennen kann, wann so etwas passiert und wann nicht. Deswegen will ich hiermit empfehlen, morgen auf diesen Link zu klicken. Weiterlesen

Von Zombiesprachen

Eine der bemerkenswertesten Fähigkeiten von Nörglern aller Art ist die Meisterschaft im Reden über Dinge, von denen man nichts weiß. Wenn es um Sprachnörgel geht, dann ist es der Begriff der Sprache, der häufig ungeklärt bleibt. Das könnte man verstehen, schließlich kann man sich über eine Definition von Sprache prächtig streiten, aber die Ignoranz liegt bei manchem selbsternannten Sprachkritiker ja nicht im Detail. Man wundert sich bisweilen, welch eigenartiges Sprachverständnis deren Denken prägt. Es drückt sich z.B. durch solche Formulierungen aus:

Das ist doch weder Deutsch noch Englisch, sondern eben eine Mischung, Denglisch (Frage aus einem Interview der c’t mit u.a. Schlobinsky) Weiterlesen

Historische Nörgelistik

„Der Sinese hat sich durch seine steife Einsilbigkeit den Weg zu aller weitern Kultur verschlossen; aber die Sprache des Huronen und Grönländer hat alles in sich, sich zu der Sprache eines Plato oder Voltaire zu erheben.“ (Adelung 1806)

Das schreibt ein gewisser Johann Christoph Adelung in seinem Mithridates. Adelung ist aber weder Sprachkritiker noch Rhetorik-Trainer, sondern war einer der ersten deutschen Sprachwissenschaftler, wirkmächtig im 18. Jahrhundert. Hiermit sei also der Beweis erbracht, dass auch Linguisten sich irren können. Weiterlesen

Shiver me timbers!

Sprachpfleger

Sprachpfleger

Ahoy, landlubbers! Nachdem wir kürzlich schon den Tag der deutschen Sprache gebührend gefeiert haben, ist es heute zur Abwechslung an der Zeit, einen wirklich wichtigen Feiertag zu begehen. Ins Leben gerufen von den beiden links zu sehenden, sympathischen Sprachpflegern, die schon aktiv waren als es den VDS noch nicht gab. Wieder hat der Feiertag also mit Sprache zu tun, aber nicht mit einer quicklebendigen wie der deutschen, sondern mit einer tatsächlich bedrohten Art. Oder versteht heute noch jemand das hier: Weiterlesen

Ein bemerkenswerter österreichischer Spieler

Nun sind die EM-Gastgeber leider – oder aus deutscher Sicht: zum Glück – schon ausgeschieden, so dass ich folgenden Gedanken noch loswerden sollte, bevor die nachbarländischen Fußballer wieder in Vergessenheit geraten. Der erwähnte Gedanke dreht sich um einen bemerkenswerten österreichischen Spieler, der aus einem ganz einfachen Grund so bemerkenswert ist: Es gibt ihn gar nicht. Gemeint ist: René Aufhäuser.

Trotz seiner Nichtexistenz hat Aufhäuser einigen Medienrummel verursacht. So erwähnen ihn der Stern, der Kicker (unter Spielinfos) oder ProSieben. Auch in (mindestens) einem Live-Kommentar war schon die Rede von Herrn Aufhäuser. Weiterlesen