The Baloney Detection Kit

Ein schönes Video der Richard-Dawkins-Foundation macht gerade die Runde auf einschlägigen Seiten, und da es auch gut zur Sprachnörgeldebatte passt, poste ich es hier ebenfalls:

Michael Shermer, passionierter Skeptiker gibt uns hier Hinweise, wie wir Quatsch („baloney“) von brauchbaren Behauptungen unterscheiden können. Die Antwort ist natürlich, grob umrissen, Science, also die wissenschaftliche Methode (sprich: nicht das, was Geisteswissenschaftler häufig machen). Shermer dröselt das anhand von 10 konkreten Fragen auf. Für die Auseinandersetzung mit den Sprachuntergangspropheten liefern diese einen guten Leitfaden. Zur Übung empfehle ich die Anwendung auf die These vom Aussterben der deutschen Sprache, die zum Beispiel von Rolf Stolz in den aktuellen Sprachnachrichten (Seite 14) subtil ins Spiel gebracht wird:

Keine Macht der Welt wird das gute alte Deutsch ausrotten können, wenn selbstbewusste, ich-starke Deutsche den aufrechten Gang und den friedlichen Aufstand proben […]

How reliable is the source of the claim? Wie verlässlich ist die Quelle der Behauptung?

Does the source make similar claims? Macht die Quelle ähnliche Behauptungen?

(Hier empfehle ich, den Namen Rolf Stolz mal zu googeln.)

Does this fit with the way the world works? Passt das dazu, wie die Welt funktioniert?

Has anyone tried to disprove the claim? Hat jemand versucht, die These zu widerlegen?

Where does the preponderance of evidence point? Wofür spricht das Übergewicht an Beweisen?

Is the claimant playing by the rules of science? Hält sich derjenige, der die These vertritt, an die wissenschaftliche Methode?

Is the claimant providing positive evidence? Bringt derjenige, der die These vertritt, positive Beweise (also Beweise FÜR etwas, nicht GEGEN etwas)?

Does the new theory account for as many phenomena as the old theory? Erklärt die neue, vorgeschlagene, Theorie genauso viele Phänomene wie die alte Theorie?

Are personal beliefs driving the claim? Stehen persönliche Überzeugungen hinter der Behauptung?

3 Antworten

  1. Könnte mal bitte jemand das Baloney Detection Kit auf sich selbst anwenden?

  2. Einige Fragen scheinen doch weiterer Klärung zu bedürfen: Wie funktioniert denn bitte die Welt (Zikrelschluss!); Übergewicht an Beweisen gibt es sicher für den etablierten Forschungsansatz; persönliche Überzeugungen hat auch der Hinterfrager. Also da ist mir doch ein gradliniger Ansatz von Ronald Coase in “ How should economists choose?“ sympathischer: Eine Theorie soll als Denkhilfe und Strukturierungshilfe dienen. Sie nützt etwas, wenn das Verständnis des Systems vorangetrieben wird.

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