Leverkust Bremen?

Leverkusen

Leverkusen

In meiner ehemals großen Sammlung alberner jpgs befand sich mal ein eingescannter Wörterbucheintrag leverkusen, ein Verb, dass das Versagen in letzter Minute beschreibt, natürlich gemünzt auf die Saison, in der ein gewisser Verein aus der Leverkusener Gegend drei Titel auf den letzten Metern vergab. Werder Bremen erinnert mich daran so ein bisschen (ich mag die Bremer, nur um das klar zu stellen) – die hätten in den letzten Jahren gefühlte sieben Mal den verdammten UEFA-Cup gewinnen können, weil sie stets eines der stärksten Teams im Wettbewerb hatten, nachdem sie aus der Champions League ausgeschieden waren. Wenn es mit dem DFB-Pokal nichts wird, könnte man auch von bremen sprechen.

Leider finde ich den Scan nicht mehr und auch in der Wortistik scheint Fußballdeutsch noch nicht erschlossen (oder ich bin zu doof zum Suchen), aber Google hilft: Wenn man nach levergekust oder geleverkust sucht, findet man noch mehrere Seiten dazu. Was auch gleich die Frage aufwirft, wie man das Partizip II richtig bildet. Laut Google gewinnt die zweite Variante. Das ist einleuchtend, denn das ge- wird bei trennbaren Verben eingeschoben (zu erkennen an der Erstsilbenbetonung, etwa übersetzen vs übersetzen), levergekust würde demnach naheliegen, wenn man sagen könnte Ich kuste lever. Kann man auch, sagt zumindest ein MrMagoo in diesem ergoogelten Forum (und liefert gleich noch eine andere Vokabel mit. Vielleicht könnte man analog auch vom Zabeln sprechen?):

Sowas kann dann natürlich voll durchkonjugiert werden:

Präsens
ich hoyzere / leverkuse (oder trennbar: kuse lever)
du hoyzerst / leverkust (oder trennbar: kust lever)
er hoyzert / leverkust (oder trennbar: kust lever)
wir; sie hoyzern / leverkusen (oder trennbar: kusen lever)
ihr hoyzert / leverkust (oder trennbar: kust lever)

Präteritum
ich; er hoyzerte / leverkuste (oder trennbar: kuste lever)
du hoyzertest / leverkustest (oder trennbar: kustest lever)
wir; sie hoyzerten / leverkusten (oder trennbar: kusten lever)
ihr hoyzertet / leverkustet (oder trennbar: kustet lever)

Partizipien
Präsens: hoyzernd; leverkusend
Präteritum: gehoyzert; geleverkust (oder trennbar: levergekust)

[Es ist übrigens üblicher, „leverkusen“ wie ein nichttrennbares Verb zu konjugieren]

Bremen wäre leichter zu konjugieren. Schalken wäre aber auch schön. Und in Bremen spricht man vielleicht lieber vom Hamburgen.

Eine Antwort

  1. Levergekust oder geleverkust?
    Ich hab es mir bisher nur transitiv vorstellen können —
    verleverkust.

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