„Pitifully Low Standards of Science Journalism“

In der Nature ist gerade ein Artikel über den Status Quo und die Zukunft des Wissenschaftsjournalismus erschienen, den ich hiermit allen Interessierten ans Herz legen möchte. Den Text gibt es als PDF, eine zugehörige Umfrage als XLS (wer kein Excel hat, kann sich für solche Fälle den Excel Viewer installieren). In dem Artikel geht es um die Probleme des Wissenschaftsjournalismus – einerseits angesichts der Zeitungskrise, die vor allem in den USA Opfer fordert, andererseits aber auch durch die Arbeitsweise mancher Wissenschaftsjournalisten, die nicht immer „nahe am Forscher“ seien. Ein zitierter Umfrageteilnehmer ärgert sich denn auch über die Massenmedien (im PDF letzte Seite unten links). Wie diese seinen Befürchtungen zufolge arbeiten (müssen) habe ich mit dem Titel dieses Blogeintrages veranschaulicht: die Reißer rausarbeiten, das bringt Hits (bzw. Käufer).

Das zweite große Thema sind Wissenschaftsblogs, für die die Zukunft laut Nature-Artikel wesentlich besser aussehe, auch wenn nicht anzunehmen sei, dass sie den „herkömmlichen“ Wissenschaftsjournalismus ersetzen könnten. Aber laut oben verlinkter Umfrage sucht sich schon ein großer Teil der Profis seine Themen mehr oder weniger regelmäßig auf entsprechenden Blogs. Dieser Anteil ist demzufolge innerhalb der letzten fünf Jahre enorm gestiegen. Als zentrales Problem dieser Form der Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse wird genannt, dass nur diejenigen davon etwas mitbekommen, die danach suchen. Einer der zitierten Journalisten wollte gegen Intelligent Design bloggen, musste aber erkennen, dass ID’ler sich ihre Portion „Wissenschaft“ woanders abholen. Ist Wissenschaftsbloggerei damit bloßes preaching to the choir?

Die zugehörige Webseite: NatureNews

2 Antworten

  1. Wer kein Excel hat, braucht doch keinen Excel-Viewer — wozu gibt es OpenOffice.org?

    Zum Thema: Journalisten, die sich darüber auslassen, dass Blogs nie die Printmedien ersetzen werden — kann man sagen „Pfeifen im Walde“?

  2. Naja, einen Punkt muss man diesen Journalisten schon lassen: Wissenschaftsblogs erreichen primär diejenigen, die danach suchen. Und wenn doch mal Zufallsbesucher gehäuft auftreten, dann verdankt man das doch in der Regel Links in herkömmlichen Medien bzw. deren Online-Ausgaben. Ihr Blog oder Pharyngula u.a. zeigen andererseits, dass man sich eine Leserschaft erarbeiten kann, die vielleicht breiter gefächert ist als sie es zu Beginn des jeweiligen Blogs war. Aber ob man die Breite erreicht, die ein wissenschaftsjournalistischer Artikel etwa bei SPON hat?

    ad OpenOffice: Man kann auch nur den Writer installieren, wenn man Tabellenkalkulationen nicht braucht. Noch wichtiger: Das OO-Excel kann xls-Dateien häufig nicht gescheit darstellen, zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Da ist der Viewer schon eine praktische Sache, finde ich!

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