Völkerverständigung

Seltsames Land irgendwo im Süden

Seltsames Land irgendwo im Süden

Ob man die Rolle der Gabi Kunz extra in den gestrigen Tatort geschrieben hat, um etwas für die angeschlagenen Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland zu tun oder es sich um bloßen Zufall handelte, das weiß ich nicht. Aber so oder so spaltet der Auftritt von Sabine Timoteo die Zuschauer: Die einen freuen sich über das ulkige „Schwyzerdütsch“, die anderen wollen nichts verstanden haben. Wenn das ZDF in der Arminius-Dokumentation, die kürzlich lief, sich nicht auf die Nachstellung der Kloppereien beschränkt hätte, dann wüssten wir inzwischen alle, welche Tradition Missverständnisse zwischen beiden Völkern haben: Schon Arminius und Marbod waren sich spinnefeind. Weiterlesen

„Pitifully Low Standards of Science Journalism“

In der Nature ist gerade ein Artikel über den Status Quo und die Zukunft des Wissenschaftsjournalismus erschienen, den ich hiermit allen Interessierten ans Herz legen möchte. Den Text gibt es als PDF, eine zugehörige Umfrage als XLS (wer kein Excel hat, kann sich für solche Fälle den Excel Viewer installieren). In dem Artikel geht es um die Probleme des Wissenschaftsjournalismus – einerseits angesichts der Zeitungskrise, die vor allem in den USA Opfer fordert, andererseits aber auch durch die Arbeitsweise mancher Wissenschaftsjournalisten, die nicht immer „nahe am Forscher“ seien. Ein zitierter Umfrageteilnehmer ärgert sich denn auch über die Massenmedien (im PDF letzte Seite unten links). Wie diese seinen Befürchtungen zufolge arbeiten (müssen) habe ich mit dem Titel dieses Blogeintrages veranschaulicht: die Reißer rausarbeiten, das bringt Hits (bzw. Käufer).

Das zweite große Thema sind Wissenschaftsblogs, für die die Zukunft laut Nature-Artikel wesentlich besser aussehe, auch wenn nicht anzunehmen sei, dass sie den „herkömmlichen“ Wissenschaftsjournalismus ersetzen könnten. Aber laut oben verlinkter Umfrage sucht sich schon ein großer Teil der Profis seine Themen mehr oder weniger regelmäßig auf entsprechenden Blogs. Dieser Anteil ist demzufolge innerhalb der letzten fünf Jahre enorm gestiegen. Als zentrales Problem dieser Form der Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse wird genannt, dass nur diejenigen davon etwas mitbekommen, die danach suchen. Einer der zitierten Journalisten wollte gegen Intelligent Design bloggen, musste aber erkennen, dass ID’ler sich ihre Portion „Wissenschaft“ woanders abholen. Ist Wissenschaftsbloggerei damit bloßes preaching to the choir?

Die zugehörige Webseite: NatureNews

Jeremia heute und gestern

Weil mit Hauptsatzstellung!? #@!%@!

"Weil mit Hauptsatzstellung!? #@!%@!"

In einem Buch, das an skurrilen Charakteren und albernen Geschichten reich ist wie kaum ein anderes, darf natürlich ein Thema nicht fehlen: Sprachnörgel. Stephen Pinker hat eine Klasse von Sprachnörglern Jeremias getauft (in The Language Instinct, Kapitel 12), ein passender Name für Untergangspropheten. Der biblische Jerry behielt im übrigen Recht und Jerusalem ging unter. Ihm hat es direkt nicht geschadet und auch der Stadt geht es wieder ganz gut. Es sind sogar noch Abrahamiten da, sogar reichlich und vielfältig. Weiterlesen

Bedienungsanleitungsapokalypse

Spiegel Online hat zur Zeit einen kleinen Rant über unverständliche Gebrauchsanweisungen im Angebot, der sich als Besprechung eines anderen Rants über unverständliche Gebrauchsanweisungen tarnt. Jedenfalls vermute ich auf Basis des Artikels, dass es sich beim besprochenen Buch um einen solchen handelt. Mit seltsamen Anleitungsübersetzungen will ich mich aber nicht lange aufhalten, interessanter ist der Kulturpessimismus, der natürlich nicht fehlen darf, wenn irgendwo irgendjemand vermeintlichen oder echten Kauderwelsch produziert. Weiterlesen