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	<title>Nörgeln, immer nur nörgeln &#187; Rechtschreibreform</title>
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		<title>Nörgeln, immer nur nörgeln &#187; Rechtschreibreform</title>
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		<title>Zehn Jahre Rechtschreibreform</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Jul 2008 12:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Falk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rechtschreibreform]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Grund]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutsche Sprachwelt hat heute anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Rechtschreibreform derselben eine Pressemitteilung gewidmet, mit folgendem Wortlaut:


 Zehn Jahre Rechtschreibreform: Reparatur muß weitergehen
Erlangen, 31. Juli 2008 – Vor zehn Jahren, am 1. August 1998, wurde die Rechtschreibreform an allen deutschen Schulen eingeführt. Einer jüngst veröffentlichten Untersuchung zufolge hat seither die Schreibfehlerquote in Schülerarbeiten drastisch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=immernurnoergeln.wordpress.com&blog=3847290&post=58&subd=immernurnoergeln&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Die deutsche Sprachwelt hat heute anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Rechtschreibreform derselben <a href="http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/pm-2008-07-31.shtml">eine Pressemitteilung gewidmet</a>, mit folgendem Wortlaut:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">
<strong> Zehn Jahre Rechtschreibreform: Reparatur muß weitergehen</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Erlangen, 31. Juli 2008 – Vor zehn Jahren, am 1. August 1998, wurde die Rechtschreibreform an allen deutschen Schulen eingeführt. Einer jüngst veröffentlichten Untersuchung zufolge hat seither die Schreibfehlerquote in Schülerarbeiten drastisch zugenommen. Daher fordert die reformkritische DEUTSCHE SPRACHWELT, die Reparaturarbeiten an der Rechtschreibreform wiederaufzunehmen. Außerdem empfiehlt die Sprachzeitung, in so vielen Bereichen wie möglich bei der traditionellen Rechtschreibung zu bleiben oder zu ihr zurückzukehren.<span id="more-58"></span></p>
<p style="text-align:justify;">„Wenn ich Schüler wäre, würde ich die Lehrer ärgern und immer nur nach traditioneller Art schreiben – eben so wie die bedeutendsten lebenden deutschen Schriftsteller“, erklärte der Chefredakteur der DEUTSCHEN SPRACHWELT, Thomas Paulwitz. Die Schüler seien die Hauptleidtragenden der mehrmals nachgebesserten Rechtschreibreform. Die Untersuchung des saarländischen Germanisten Uwe Grund zeigt unter anderem, daß Rechtschreibfehler in Abituraufsätzen um 120 Prozent zugenommen haben. Die Fehler sind gerade dort überdurchschnittlich gestiegen, wo es Veränderungen durch die Rechtschreibreform gegeben hat, zum Beispiel bei der Groß- und Kleinschreibung und bei der Schreibung des s-Lautes.</p>
<p style="text-align:justify;">„Nicht die Schüler sind zu dumm für die Neuregelung, sondern umgekehrt ist die Rechtschreibreform zu dumm für die Schüler“, so Paulwitz. Kein Mensch könne die komplizierten Regelungen fehlerfrei beherrschen. Daher seien weitere Nachbesserungen nach den Vorschlägen der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK) notwendig. Die SOK habe dort weitergemacht, wo der Rechtschreibrat seine Arbeit vorzeitig abgebrochen hat. Die DEUTSCHE SPRACHWELT rät denjenigen, die gezwungen sind, sich nach der Rechtschreibreform zu richten, den Empfehlungen der SOK zu folgen. Alle anderen, die frei schreiben können, sollten nach Möglichkeit bei den bewährten Regeln bleiben, die nach wie vor gültig sind.<br />
In der neuesten Ausgabe der DEUTSCHEN SPRACHWELT (DSW 32, Sommer 2008) berichtet die Korrektorin Rominte van Thiel außerdem über Büchervernichtungen in zahllosen deutschen Schulbüchereien. Zigtausende wertvoller Bücher seien allein deswegen weggeworfen worden, weil sie nicht in reformierter Rechtschreibung verfaßt waren.</p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">Nun sympathisiere ich auch nicht sehr mit der Reform, und habe auch von Lehrern und Lehrämtlern schon gehört, dass die neuen Regelungen kaum ihr Ziel der Fehlerreduktion erreicht haben. Aber &#8222;Gehörtes&#8220; ist wissenschaftlich uninteressant, weshalb es mich freut, hier eine Untersuchung zu finden, die das Gehörte bestätigt.</p>
<p style="text-align:justify;">Dumm nur, dass die genannte Untersuchung wissenschaftlich auch nicht mehr hergibt als das Hörensagen. Anatol Stefanowitsch <a href="http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2008/07/29/orthografische-fieberphantasien/">hat die Studie auf dem Bremer Sprachblog jedenfalls zerpflückt</a>. Was Herr Grund vergleicht, sind Zahlen, zwischen denen über 30 Jahre und zum Teil einige hundert Kilometer liegen. Das mag interessant sein, um den Verfall der orthographischen Fähigkeiten der heutigen Jugend zu demonstrieren, sagt uns über die Auswirkungen der Rechtschreibreform aber genau gar nichts. Wenn die Reform tatsächlich negative Effekte auf die Rechtschreibung der Probanden hat(te), dann zeigt Grund diesen Zusammenhang allenfalls zufällig auf &#8211; sprich: gar nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die von mir durchaus geschätzte Deutsche Sprachwelt geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn in der Pressemitteilung behauptet wird:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Einer jüngst veröffentlichten Untersuchung zufolge hat seither die Schreibfehlerquote in Schülerarbeiten drastisch zugenommen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Dieses &#8222;seither&#8220; behauptet noch nicht einmal Grund selbst. Es ist schlicht und ergreifend falsch.</p>
<p style="text-align:justify;">Dass das mehr an Fehlern laut Grund hauptsächlich in den Bereichen zu finden ist, die von der Reform tangiert wurden, kann leicht damit erklärt werden, dass diese Bereiche die schwierigsten sind, d.h. die, in denen Schüler ohnehin am meisten Schwierigkeiten haben. Wenn nun das Rechtschreibniveau allgemein abgenommen hat, wie es Grunds Zahlen andeuten, dann ist es nur logisch, dass die Fehler in eben diesen Bereichen gemacht werden. Wenn überhaupt, dann ist das ein Hinweis darauf, dass die Reform die Intention der Reformer nicht hat umsetzen können. Negative Effekte sind damit nicht gezeigt. Korrelation ungleich Kausalzusammenhang.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Untersuchung, bzw. vor allem, was aus ihr gemacht wird, erinnert mich stark an die <a href="http://immernurnoergeln.wordpress.com/2008/06/14/deutsche-sprache-vor-dem-ende-o-rly/">Sprachverfallsstudie des Allensbach-Instituts</a> vor einigen Wochen. Man muss die Argumentationsversuche der Reformgegner und Sprachnörgler doch nicht noch durch solch dilettantische Anwandlungen unterminieren.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/immernurnoergeln.wordpress.com/58/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/immernurnoergeln.wordpress.com/58/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/immernurnoergeln.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/immernurnoergeln.wordpress.com/58/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/immernurnoergeln.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/immernurnoergeln.wordpress.com/58/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/immernurnoergeln.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/immernurnoergeln.wordpress.com/58/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/immernurnoergeln.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/immernurnoergeln.wordpress.com/58/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/immernurnoergeln.wordpress.com/58/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/immernurnoergeln.wordpress.com/58/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=immernurnoergeln.wordpress.com&blog=3847290&post=58&subd=immernurnoergeln&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Unterschichtennörgel</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 07:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Falk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rechtschreibreform]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachnörgel]]></category>
		<category><![CDATA[Anglizismen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachverfall]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Wiesbadener Tagblatt fand sich kürzlich ein Beitrag eines gewissen Günter Schaefer, der einige faszinierende Thesen zu bieten hatte. Natürlich ohne jedes Argument, wäre ja noch schöner! Was man nicht argumentativ unterfüttern kann, kann man aber freilich zumindest mit elaborierter Rhetorik und kreativer Thesenfindung unterstützen. Am innovativsten war meines Erachtens Herrn Schaefers Urteil über die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=immernurnoergeln.wordpress.com&blog=3847290&post=45&subd=immernurnoergeln&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Im Wiesbadener Tagblatt fand sich kürzlich <a href="http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=3351715">ein Beitrag eines gewissen Günter Schaefer</a>, der einige faszinierende Thesen zu bieten hatte. Natürlich ohne jedes Argument, wäre ja noch schöner! Was man nicht argumentativ unterfüttern kann, kann man aber freilich zumindest mit elaborierter Rhetorik und kreativer Thesenfindung unterstützen. Am innovativsten war meines Erachtens Herrn Schaefers Urteil über die Rechtschreibreform.<span id="more-45"></span></p>
<blockquote><p>In Kulturnationen wie Frankreich ist es selbstverständlich, dass man gegen die Zerstörung der Sprache durch das &#8222;Franglais&#8220; mit gesetzlichen Mitteln vorgeht. In Deutschland ist leider Abhilfe nicht in Sicht. Im Gegenteil: Durch eine sogenannte Rechtschreibreform wird die Deutsche Sprache auf die Phonetik der Unterschicht reduziert.</p></blockquote>
<p>Der größte Fan der Reform bin ich ja nun auch nicht, aber <em>das</em> ist mal eine gewagte Behauptung. Was ist die Phonetik der Unterschicht? Geht es um&#8217;s Dialektsprechen? Um Soziolekte, Ethnolekte? Und was hat die Reform damit zu tun? Steht <em>isch</em> schon im Duden?</p>
<p>Auch sonst hat Herr Schaefer neben den üblichen Nörgelthesen so einige lustige Ideen.</p>
<blockquote><p>Einst war Deutsch in aller Welt die Sprache der sogenannten gebildeten Stände.</p></blockquote>
<p>Wenn sich die Welt nur von der Maas bis zur Memel erstreckt mag das stimmen. Ein bisschen Deutschtümelei passt aber auch gut rein, auch wenn man den Sprachnörgelvereinen, die ohnehin oft (wie ich finde, zumeist zu Unrecht) im Verdacht des Teutonismus stehen, damit einen Bärendienst erweist.</p>
<blockquote><p>Als Gast im Ausland sollten wir uns bemühen, in reinem Deutsch oder in der Landessprache zu sprechen und in jedem Fall Pidgin-English vermeiden.</p></blockquote>
<p>Der Begriff Pidgin scheint ja ein Trendwort zu werden. Abgesehen davon, dass er hier überhaupt nicht passt, handelt es sich um einen gut getarnten Anglizismus und sollte daher von Sprachnörglern dringend vermieden werden. Aber vielleicht kann man Pidgin noch durchgelesen lassen, da es sich nicht um einen dieser</p>
<blockquote><p>Amerikanismen untersten Niveaus</p></blockquote>
<p>handelt.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/immernurnoergeln.wordpress.com/45/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/immernurnoergeln.wordpress.com/45/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/immernurnoergeln.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/immernurnoergeln.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/immernurnoergeln.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/immernurnoergeln.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/immernurnoergeln.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/immernurnoergeln.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/immernurnoergeln.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/immernurnoergeln.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/immernurnoergeln.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/immernurnoergeln.wordpress.com/45/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=immernurnoergeln.wordpress.com&blog=3847290&post=45&subd=immernurnoergeln&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Wörter gibt&#8217;s&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 17:59:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Falk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Orthographie]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibreform]]></category>
		<category><![CDATA[des Weiteren]]></category>
		<category><![CDATA[desweiteren]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;die gibt&#8217;s gar nicht.
Vorhin stolperte ich in einem korrekturzulesenden Text über den Ausdruck des Weiteren und wollte reflexhaft ein desweiteren daraus machen. Das aber wäre falsch, denn diese Zusammenschreibung kennt kein mir zur Verfügung stehendes Wörterbuch.
Und Google erzielt für die erste Variante auch direkt 6.930.000 Treffer. Klare Sache. Könnte man meinen. Für die zweite Schreibung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=immernurnoergeln.wordpress.com&blog=3847290&post=11&subd=immernurnoergeln&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>&#8230;die gibt&#8217;s gar nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Vorhin stolperte ich in einem korrekturzulesenden Text über den Ausdruck <em>des Weiteren</em> und wollte reflexhaft ein <em>desweiteren </em>daraus machen. Das aber wäre falsch, denn diese Zusammenschreibung kennt kein mir zur Verfügung stehendes Wörterbuch.</p>
<p style="text-align:justify;">Und Google erzielt für die erste Variante auch direkt <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=%22des+weiteren%22&amp;btnG=Suche&amp;meta=">6.930.000 Treffer</a>. Klare Sache. Könnte man meinen. Für die zweite Schreibung finden sich nämlich immerhin <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=%22desweiteren%22&amp;btnG=Suche&amp;meta=">5.700.000 Pages</a>. Da sollte man doch meinen, dass es auch <em>desweiteren </em>inzwischen zur Gültigkeit geschafft haben sollte.</p>
<p style="text-align:justify;">Daran zeigt sich zum Einen die Normativität der Wörterbücher, zum Anderen aber auch eine Eigenartigkeit der Rechtschreibform &#8211; die erlaubt nämlich <em>des Weiteren</em> (statt <em>des weiteren</em>), ignoriert aber die beliebte Zusammenschreibung. Auch wenn die neue Version grammatisch Sinn machen dürfte (wohl als Genitiv von <em>das Weitere</em>), wäre eine Erlaubnis der ohnehin verwendeten Schreibung brauchbarer gewesen.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/immernurnoergeln.wordpress.com/11/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/immernurnoergeln.wordpress.com/11/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/immernurnoergeln.wordpress.com/11/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/immernurnoergeln.wordpress.com/11/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/immernurnoergeln.wordpress.com/11/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/immernurnoergeln.wordpress.com/11/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/immernurnoergeln.wordpress.com/11/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/immernurnoergeln.wordpress.com/11/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/immernurnoergeln.wordpress.com/11/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/immernurnoergeln.wordpress.com/11/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/immernurnoergeln.wordpress.com/11/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/immernurnoergeln.wordpress.com/11/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=immernurnoergeln.wordpress.com&blog=3847290&post=11&subd=immernurnoergeln&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>ßnörgelei</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jun 2008 20:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Falk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rechtschreibreform]]></category>
		<category><![CDATA[dass/daß]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem Bremer Sprachblog diskutiert David Konietzko mein Lieblingsthema: ß vs ss, nach alter wie neuer Schreibung. Er widerlegt in seinem Beitrag die Behauptung, die alte Regelung sei unlogisch gewesen, indem er auf Funktionen des ß hinweist:
1. Um stimmloses s [z] von stimmhaftem s [s] in Fällen, in denen dies bedeutungsunterscheidend ist, schriftsprachlich unterscheidbar zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=immernurnoergeln.wordpress.com&blog=3847290&post=7&subd=immernurnoergeln&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Auf dem Bremer Sprachblog <a href="http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2008/06/05/logik-in-der-verwendung-von-ss-und-s/">diskutiert David Konietzko mein Lieblingsthema: <em>ß</em> vs <em>ss</em></a>, nach alter wie neuer Schreibung. Er widerlegt in seinem Beitrag die Behauptung, die alte Regelung sei unlogisch gewesen, indem er auf Funktionen des ß hinweist:</p>
<p style="text-align:justify;">1. Um stimmloses s [z] von stimmhaftem s [s] in Fällen, in denen dies bedeutungsunterscheidend ist, schriftsprachlich unterscheidbar zu machen, wird <em>ß</em> verwendet.</p>
<p style="text-align:justify;">2. <em>ss </em>wird in Silbengelenkposition benutzt &#8211; etwa in has-sen, so dass der Laut [z] sowohl Coda der ersten und Onset der zweiten Silbe bildet. Fällt die Silbengelenkfunktion weg, schreibt man statt <em>ss ß</em>.</p>
<p style="text-align:justify;">3. dass/daß ist ein Sonderfall &#8211; das <em>ß</em> &#8222;hebt sich besser ab&#8220; vom <em>s</em> als das <em>ss</em>.</p>
<p style="text-align:justify;">Das leuchtet ein, und ein Gegenbeispiel will mir auch nicht einfallen. Trotzdem bin ich kein Fan dieser Argumentation. Die Diskussion, die ich zu dem Thema mehr als einmal geführt habe, entzündete sich immer an einem ganz anderen Punkt: Nämlich nicht daran, dass die alte Regelung unlogisch sei, sondern daran, dass die alte Regelung als unlogisch empfunden wurde. Ich fürchte, bei den meisten Diskutanten würde auch dieser Teil von David Konietzkos Darstellung nicht zu nennenswerter Erhellung der zugrundeliegenden Systematik beitragen.<span id="more-7"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Eher im Gegenteil &#8211; &#8222;Das Eszett hat also traditionell drei verschiedene Funktionen, reformiert nur noch eine&#8220; und &#8222;die reformierte s-Schreibung — in meiner Darstellung — mit einer Regel weniger auskommt als die herkömmliche&#8220; dürfte den Reformern nur Auftrieb geben.</p>
<p style="text-align:justify;">Wichtig für eine Vereinfachung sind aber nicht die Regeln, sondern die Regeln, die die Sprecher kennen und verstehen. Und in der Tat, hier stimme ich dem Autor wieder zu, muss letztlich intuitiv, nicht regelgeleitet, entschieden werden, welche der drei Möglichkeit zur Verschriftung von [s] und [z] man wählt. Denn die Verwendung dieser Zeichen ist im Deutschen ein völliges Chaos, das sich kaum durchschauen lässt. Man kommt nur mit Auswendiglernen dem Problem bei. Und hier würde meine sehr simple Argumentation gegen die neue <em>ss</em>/<em>ß</em>-Regelung ansetzen:</p>
<p style="text-align:justify;">Früher musste man auswendig wissen, wie man einen bestimmten <em>s</em>-Laut verschriftet. <em>s</em>, <em>ss</em> oder <em>ß</em>. Regeln kannte nämlich keiner, und wer sie lernte, konnte sie kaum anwenden.</p>
<p style="text-align:justify;">Heute muss man erst auswendig wissen, ob es sich bei einem Wort um eines handelt, das nicht mit normalem s geschrieben wird, und <strong>zusätzlich </strong>noch überlegen, ob es nun auf einen kurzen Vokal oder einen langen Vokal bzw. einen Diphtong folgt.</p>
<p style="text-align:justify;">Die reformierte Schreibung kommt also nur theoretisch mit einer Regel weniger aus. Praktisch, d.h. in der Sprachwirklichkeit der allermeisten Sprecher, ist es hingegen eine Regel mehr als vorher. Früher war es reine Auswendiglernerei, heute ist es Auswendiglernerei plus Regel. (Oder ebenfalls reines Auswendiglernen, wenn man die Regel ignoriert &#8211; dann war die Reform dieser Schreibweisen &#8222;nur&#8220; überflüssig.)</p>
<p style="text-align:justify;">Man könnte freilich noch argumentieren, dass man heuer ja immerhin &#8222;weniger auswendiglernen&#8220; müsse, nämlich nur noch zwei mögliche Fälle (<em>s</em> versus nicht-<em>s</em>) statt drei (<em>s</em> versus <em>ss</em> versus <em>ß</em>). Aber: Auswendiglernen ist Auswendiglernen, ob dieser Unterschied in der Anzahl der Optionen einen großen Unterschied macht wage ich zu bezweifeln, zumal die Empirie dagegen spricht (Quelle: Persönliche Korrespondenz mit denen, die es am ehesten wissen dürften: Lehrern).</p>
<p style="text-align:justify;">An diesem Problem zeigt sich, neben vielen anderen Dingen, die Diskrepanz zwischen Theorie und Sprachwirklichkeit. Das ist meines Erachtens nichts grundlegend Verkehrtes &#8211; eine Theorie muss die Intuitionen der Menschen nicht notwendig berücksichtigen. Die Reform hat hier aber versucht, eine Vereinfachung in der Sprachwirklichkeit nach theoretischen Gesichtspunkten herbeizuführen. Und das halte ich für groben Unfug.</p>
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