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	<title>Kommentare zu: Deutsche Sprache vor dem Ende! O rly?</title>
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	<description>Kleines Sprachblog</description>
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		<title>Von: gyokusai</title>
		<link>http://immernurnoergeln.wordpress.com/2008/06/14/deutsche-sprache-vor-dem-ende-o-rly/#comment-13</link>
		<dc:creator>gyokusai</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2008 16:20:24 +0000</pubDate>
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		<description>Bestimmte Tendenz? LOL! 

Aber vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. In soziologischen und psychologischen Fakultäten gibt es Veranstaltungen, zum Beispiel unter dem Titel &quot;Erhebungsverfahren&quot;, in denen sich das Entwerfen von Umfragen und deren Auswertung erlernen läßt, und es gibt dazu auch gute Literatur, nicht zuletzt Bortz/Döring. Ich kann nicht glauben, daß Allensbach selbst von den rudimentärsten Methoden zum Entwerfen auswertbarer Umfragen noch nie etwas gehört hat, und wenn die Fragen dort im Institut entworfen wurden, dann gute Nacht Statistikkorpus. Daß GfdS und Sprachrat noch nie von solchen Grundlagen hörten, glaube ich dagegen gerne --- deren Bestreben, Expertenrat einzuholen im Vorfeld alarmistischer Behauptungen, war bislang keine signifikante Eigenschaft.

Nicht auf &quot;positiv&quot; oder &quot;negativ&quot; formulierte Fragen kommt es an, sondern auf eine Formulierung, die bestimmten Mindeststandards und Standardisierungen entspricht. Erhebungen und Statistiken unterliegen solchen Regeln und Standards, weil sie ein integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Methode sind. Die Regeln und Standards sorgen dafür, daß Erhebungen sinnvoll auswertbar sind und, möglichst frei von Nebeneinflüssen, tatsächliche Signifikanzen und Tendenzen erkennen lassen.

Diese &quot;Umfrage&quot; hier ist signifikant lediglich im Rahmen der offenbarten Ignoranz über die  trivialsten Grundlagen zur Anfertigung von Erhebungen und hinsichtlich der Tendenz, das zu hören, was der Nörgler hören will. &quot;Intention&quot; würde ich dabei nicht unterstellen, allein schon deswegen, weil dies überhaupt nicht nötig ist. Die Unterscheidung zwischen Ignoranz oder Intention spielt in diesem pseudowissenschaftlichen Kellergeschoß keine wesentliche Rolle.

^_^J.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bestimmte Tendenz? LOL! </p>
<p>Aber vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. In soziologischen und psychologischen Fakultäten gibt es Veranstaltungen, zum Beispiel unter dem Titel &#8222;Erhebungsverfahren&#8220;, in denen sich das Entwerfen von Umfragen und deren Auswertung erlernen läßt, und es gibt dazu auch gute Literatur, nicht zuletzt Bortz/Döring. Ich kann nicht glauben, daß Allensbach selbst von den rudimentärsten Methoden zum Entwerfen auswertbarer Umfragen noch nie etwas gehört hat, und wenn die Fragen dort im Institut entworfen wurden, dann gute Nacht Statistikkorpus. Daß GfdS und Sprachrat noch nie von solchen Grundlagen hörten, glaube ich dagegen gerne &#8212; deren Bestreben, Expertenrat einzuholen im Vorfeld alarmistischer Behauptungen, war bislang keine signifikante Eigenschaft.</p>
<p>Nicht auf &#8222;positiv&#8220; oder &#8222;negativ&#8220; formulierte Fragen kommt es an, sondern auf eine Formulierung, die bestimmten Mindeststandards und Standardisierungen entspricht. Erhebungen und Statistiken unterliegen solchen Regeln und Standards, weil sie ein integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Methode sind. Die Regeln und Standards sorgen dafür, daß Erhebungen sinnvoll auswertbar sind und, möglichst frei von Nebeneinflüssen, tatsächliche Signifikanzen und Tendenzen erkennen lassen.</p>
<p>Diese &#8222;Umfrage&#8220; hier ist signifikant lediglich im Rahmen der offenbarten Ignoranz über die  trivialsten Grundlagen zur Anfertigung von Erhebungen und hinsichtlich der Tendenz, das zu hören, was der Nörgler hören will. &#8222;Intention&#8220; würde ich dabei nicht unterstellen, allein schon deswegen, weil dies überhaupt nicht nötig ist. Die Unterscheidung zwischen Ignoranz oder Intention spielt in diesem pseudowissenschaftlichen Kellergeschoß keine wesentliche Rolle.</p>
<p>^_^J.</p>
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		<title>Von: Falk</title>
		<link>http://immernurnoergeln.wordpress.com/2008/06/14/deutsche-sprache-vor-dem-ende-o-rly/#comment-10</link>
		<dc:creator>Falk</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2008 13:26:24 +0000</pubDate>
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		<description>Ob die GfdS oder Allensbach tatsächlich die Intention hatten, die Ergebnisse in die Nörgelschiene zu lenken, halte ich durchaus für zweifelhaft. Aber du hast klar Recht, dass durch die Fragestellung schon eine bestimmte Tendenz gefördert wird.

Man müsste die Studie mal mit umgekehrter Fragestellung wiederholen, also durchweg positiv formuliert.

Etwa: &quot;Denken sie, dass die zunehmende Nutzung schriftlicher Medien durch Jugendliche deren Sprachgefühl zugute kommt?&quot;

Wahrscheinlich würde sich das Ergebnis nicht komplett umdrehen lassen, aber ein optimistischeres Bild würde vermutlich durchaus entstehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ob die GfdS oder Allensbach tatsächlich die Intention hatten, die Ergebnisse in die Nörgelschiene zu lenken, halte ich durchaus für zweifelhaft. Aber du hast klar Recht, dass durch die Fragestellung schon eine bestimmte Tendenz gefördert wird.</p>
<p>Man müsste die Studie mal mit umgekehrter Fragestellung wiederholen, also durchweg positiv formuliert.</p>
<p>Etwa: &#8222;Denken sie, dass die zunehmende Nutzung schriftlicher Medien durch Jugendliche deren Sprachgefühl zugute kommt?&#8220;</p>
<p>Wahrscheinlich würde sich das Ergebnis nicht komplett umdrehen lassen, aber ein optimistischeres Bild würde vermutlich durchaus entstehen.</p>
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		<title>Von: gyokusai</title>
		<link>http://immernurnoergeln.wordpress.com/2008/06/14/deutsche-sprache-vor-dem-ende-o-rly/#comment-5</link>
		<dc:creator>gyokusai</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2008 10:19:05 +0000</pubDate>
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		<description>Allein diese erste Frage aus der Erhebung ist ebenso perfide gestellt wie wissenschaftlich unseriös und statistisch unbrauchbar. Es werden zwei völlig verschieden Sachverhalte abgefragt: (1) &quot;Stimmen Sie mit der Ansicht überein, daß die meisten Menschen bei uns in Deutschland nur noch wenig wert auf eine gute Ausdrucksweise legen?&quot; und (2) &quot;Stimmen Sie mit der Ansicht überein, daß die deutsche Sprache immer mehr zu verkommen droht?&quot; Bezogen auf (1), die Frage zur Ausdrucksweise, ist (2) ein offensichtliches non sequitur --- nichts gegen Rhetorik, aber das ist demagogisch. Dazu wird in (1) durch die Formulierung &quot;nur noch&quot; wie selbstverständlich die Prämisse mitgeschmuggelt, daß dies eine profund zeitgenössische bedrohliche Entwicklung sei: unbelastet jeder sprachhistorischen oder sprachwissenschaftlichen Kenntnisse darf dieser Ansicht natürlich gefrönt werden, hat aber als mitgeschmuggelte Prämisse weder in (1) noch in (2) etwas zu suchen.

Zum unverblümten non sequitur und zur verschleierten Prämisse gesellt sich zudem eine maximal suggestive Formulierung. Mehr noch: die Formulierung zwingt im Falle der Verneinung Antwortende dazu, Unsinn zu produzieren. Denn eine Verneinung des &quot;Stimmen Sie mit der Ansicht überein ...&quot; generiert automatisch die Aussage, daß &quot;die meisten Menschen in Deutschland Wert auf eine gute Ausdrucksweise legen&quot; --- eine Ansicht, die vermutlich nur wenige so unterschreiben wollen würden, mich selbst eingeschlossen. 

Und das ist bloß die erste Frage; noch schreiender unwissenschaftlicher und statistisch unbrauchbarer Unsinn folgt. Die Art und Weise, mit der in dieser Umfrage hemmungslos manipuliert wird, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten, vereint die Methoden, die Ben Goldacre in seinem &quot;Bad Science&quot;-Blog regelmäßig anprangert, mit den Strukturen kreationistischer Rhetorik.

^_^J.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Allein diese erste Frage aus der Erhebung ist ebenso perfide gestellt wie wissenschaftlich unseriös und statistisch unbrauchbar. Es werden zwei völlig verschieden Sachverhalte abgefragt: (1) &#8222;Stimmen Sie mit der Ansicht überein, daß die meisten Menschen bei uns in Deutschland nur noch wenig wert auf eine gute Ausdrucksweise legen?&#8220; und (2) &#8222;Stimmen Sie mit der Ansicht überein, daß die deutsche Sprache immer mehr zu verkommen droht?&#8220; Bezogen auf (1), die Frage zur Ausdrucksweise, ist (2) ein offensichtliches non sequitur &#8212; nichts gegen Rhetorik, aber das ist demagogisch. Dazu wird in (1) durch die Formulierung &#8222;nur noch&#8220; wie selbstverständlich die Prämisse mitgeschmuggelt, daß dies eine profund zeitgenössische bedrohliche Entwicklung sei: unbelastet jeder sprachhistorischen oder sprachwissenschaftlichen Kenntnisse darf dieser Ansicht natürlich gefrönt werden, hat aber als mitgeschmuggelte Prämisse weder in (1) noch in (2) etwas zu suchen.</p>
<p>Zum unverblümten non sequitur und zur verschleierten Prämisse gesellt sich zudem eine maximal suggestive Formulierung. Mehr noch: die Formulierung zwingt im Falle der Verneinung Antwortende dazu, Unsinn zu produzieren. Denn eine Verneinung des &#8222;Stimmen Sie mit der Ansicht überein &#8230;&#8220; generiert automatisch die Aussage, daß &#8222;die meisten Menschen in Deutschland Wert auf eine gute Ausdrucksweise legen&#8220; &#8212; eine Ansicht, die vermutlich nur wenige so unterschreiben wollen würden, mich selbst eingeschlossen. </p>
<p>Und das ist bloß die erste Frage; noch schreiender unwissenschaftlicher und statistisch unbrauchbarer Unsinn folgt. Die Art und Weise, mit der in dieser Umfrage hemmungslos manipuliert wird, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten, vereint die Methoden, die Ben Goldacre in seinem &#8222;Bad Science&#8220;-Blog regelmäßig anprangert, mit den Strukturen kreationistischer Rhetorik.</p>
<p>^_^J.</p>
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